The Sinner von Tess Gerritsen

 

In einem Kloster werden zwei Nonnen aufgefunden, die brutal erschlagen wurden. Nur eine der beiden geistlichen Schwestern hat den Überfall gerade noch so überlebt und schwebt nun in Lebensgefahr.

Gerichtsmedizinerin Maura Isles und Polizeiinspektorin Jane Rizzoli stehen vor einem Rätsel. Wer könnte solch eine Wut auf zwei so unschuldige und harmlose Menschen verspüren, die sich entschieden haben, ihr Leben im Dienste Gottes zu führen?! Kurze Zeit später tauchen zwei weitere Mordopfer auf, die auf den ersten Blick nichts mit den beiden Nonnen zu tun haben. Dennoch sind sie auf mysteriöse Weise mit dem tragischen Morden im Kloster verbunden.

Es ist der erste Fall, den ich von Gerichtsmedizinerin Maura Isles, der Hauptfigur von Tess Gerritsen‘s Reihe, gelesen habe und es fällt schwer, keine Parallelen zu Kathy Reich’s Pathologin Tempe Brennance zu ziehen. Das genau ist jedoch auch die große Gefahr für Tess Gerritsen, die selbst eine ehemalige Internistin und nun hauptberuflich als Autorin tätig ist. Denn während Kathy Reich praktizierende Gerichtsmedizinerin ist, und sozusagen über sich selbst schreibt, fehlt Gerritsen der Bezug zu ihrer eigenen Hauptfigur. Das schlägt sich leider auch in den Charakteristik ihrer Schlüsselfigur nieder. So überträgt die Autorin Eigenschaften und Begriffe des Berufs einer Pathologin eins zu eins auf das Gefühlsleben von Maura Isles. In oberflächlichen Gedankengängen sinniert die Gerichtsmedizinerin über ihre eigene Unfähigkeit zur Emotionalität und bestätigt so auf plumpe Art und Weise sämtliche Vorurteile gegenüber dem Beruf einer Pathologin.

Trotz dem Mangel an tiefgründigen Charakteren, ist die eigentliche Kriminalgeschichte gut und spannend erzählt. Auch an einer überraschenden Wende zum Ende des Buches, fehlt es nicht. So ist das Buch trotz allem durchaus empfehlbar für Leser, die einen Krimi für eine Nacht suchen.

Tess Gerritsen, Transworld Publishers, London, 2003, 416 Seiten


von Bodil Mertens